Systemische Traumatherapie in Wuppertal - Institut Ruhr
Das Wort Trauma beschreibt eine seelische Verletzung, die durch ein oder mehrere äußerlich einwirkende Vorkommnisse entsteht. Der Betroffene gerät plötzlich und unerwartet in eine für ihn schockierende Lebenssituation. Dabei kann diese Situation klein bis sehr groß ausfallen. Unter traumatisierenden Situationen fallen einerseits Unfälle, Kriege, Entführungen und Naturkatastrophen, andererseits sexueller Missbrauch, körperliche sowie seelische Misshandlungen.
Es genügt bereits, Zeuge eines solchen Ereignisses zu sein, um traumatisiert zu werden. In den meisten Fällen wird den Betroffenen die eigene Kontrolle entzogen, während eine Bedrohung der körperlichen und seelischen Integrität stattfindet. Die Gefühle von Machtlosigkeit und extremer Angst sowie die Befürchtung zu sterben werden verdrängt, wenn nicht sogar ausgeschaltet, um dann letztlich in einen sogenannten Totstellreflex zu fallen. Die Betroffenen fühlen sich erstarrt, betäubt und empfindungslos.
Insbesondere Traumata, die bereits im Kindesalter stattfanden, wie körperliche Misshandlung, sexuelle Gewalt, psychische Abwertung oder Vernachlässigung, können zu schwerwiegenden physischen, emotionalen, kognitiven und gesellschaftlichen Entwicklungsstörungen führen. Deren Folgen können sich dann bis ins spätere Leben ziehen und zeigen sich häufig als psychosomatische Erkrankungen und verstärkte Stressempfindlichkeit.
Wie laufen traumatische Situationen im Gehirn ab?
Im Fall eines normal verlaufenden Verarbeitungsprozesses treffen Umweltreize über unsere Sinnesorgane auf das Gehirn. Anschließend werden die Informationen gefiltert und nur die als wichtig angesehenen weitergeleitet.
Es kommt zur Analyse der Situation: Das Gehirn schätzt ein, ob es sich um eine ungefährliche oder bedrohliche Lage handelt. Anschließend wird die Situation mit den dazu passenden Emotionen verknüpft und gespeichert. Das Geschehene wird nun mit früheren Erfahrungen verglichen und im Langzeitgedächtnis abgelegt. Dieser gesamte Prozess verläuft im Gehirn unbewusst und überaus schnell.
Bei der gestörten Verarbeitung eines traumatischen Ereignisses kommt es erst zur Verarbeitung der Sinneseindrücke. Die traumatischen Erinnerungen brennen sich dabei regelrecht ins Gedächtnis ein und entwickeln ein nicht zuzuordnendes Eigenleben. Es kommt zu keiner wirklichen Zuordnung und Verbindung des Erlebten mit der Realität, und es entstehen gewisse Lücken, da nur eine unvollständige Speicherung stattgefunden hat.
Normaler Verarbeitungsprozess
Reize werden gefiltert, bewertet, mit Emotionen verknüpft und geordnet im Langzeitgedächtnis abgelegt. Dieser Prozess verläuft unbewusst und sehr schnell.
Gestörte Verarbeitung
Bei einem Trauma werden Erinnerungen nicht vollständig zugeordnet. Sie brennen sich ins Gedächtnis ein und entwickeln ein Eigenleben, das im Alltag immer wieder aktiviert werden kann.
Körperreaktion
Der Körper gerät in Alarmbereitschaft: Blutdruck steigt, Muskulatur spannt sich an, die Energie wird für Flucht oder Verteidigung mobilisiert. Dieser Zustand kann chronisch werden.
Mögliche Folgen und Symptome eines Traumas
Nicht jedes belastende Erlebnis muss zu einer psychischen Störung führen. Etwa 60 Prozent der Betroffenen können durch Bezugspersonen, Offenheit und Kontaktfreudigkeit geholfen werden. In Kombination mit eigenen Ressourcen wie Intellekt und Lebenskraft bleiben so gut wie keine lebenseinschränkenden Folgeschäden zurück.
Allerdings gelingt das nicht allen Betroffenen. Oft bleibt nach dem Erlebten die Sprachlosigkeit zurück. Über das Geschehene und die eigenen Gefühle kann nicht geredet werden, da die Verbindungen im Gehirn gekappt wurden. Die Symptome zeigen sich häufig als Überregungs- und Vermeidungsverhalten. Schlüsselreize wie Gerüche, Farben oder Geräusche können sogenannte Trigger auslösen, die heftige Reaktionen wie Wut, Angst, Atemnot oder Erstarrung auslösen.
Sprachlosigkeit und Taubheit
Überreizung und Schreckhaftigkeit
Vermeidungs- und Kontrollverhalten
Ständige Anspannung
Trigger und Flashbacks
Störungen des Kurzzeitgedächtnisses
Gefühl ständiger Bedrohung
Psychosomatische Beschwerden
Ziele und Ablauf der Traumatherapie
In einem Trauma geht es um den Kontrollverlust. Das zentrale Ziel der Traumatherapie ist es, diese Kontrolle schrittweise zurückzugewinnen. Die Therapie schließt mit dem Betroffenen ab und zieht optimistische Pläne für die Zukunft, dabei schafft er sich lebensfroh Ersatzerinnerungen neben dem Trauma.
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Schritt 1: Stabilisierung und Ressourcenstärkung
Zunächst geht es darum, innere Stabilität zu schaffen. Die eigenen Ressourcen werden gestärkt, zum Beispiel durch das Aufbauen positiver innerer Bilder, die dem Gehirn ein Gefühl von Sicherheit vermitteln und im Alltag helfen können. -
Schritt 2: Trigger verstehen und regulieren
Der Zusammenhang zwischen dem Moment, der erlebt wird, der Reaktion und der traumatischen Situation wird hergestellt. Betroffene erlernen, aufkommende Impulse besser zu kontrollieren und nicht angemessene Gefühlsausbrüche zu verhindern. -
Schritt 3: Traumakonfrontation
Durch einen emotionalen Abstand können die zum Trauma gehörenden Gefühle zugeordnet und verarbeitet werden. Die Kontrolle wird schrittweise wiederhergestellt und dem Betroffenen wird bewusst, dass das Geschehene keinen Einfluss auf das Jetzt hat. -
Schritt 4: Integration
Ein Trauma kann nicht ausgelöscht, sondern nur integriert werden. Der Betroffene schließt mit der Vergangenheit ab und entwickelt neue Perspektiven für die Zukunft. Lebensfreudige Ersatzerinnerungen entstehen neben dem Trauma.
Häufige Fragen zur Systemischen Traumatherapie
Interesse an Traumatherapie in Wuppertal?
Sie suchen einen Traumatherapeuten in Wuppertal? In meiner Praxis an der Hatzfelder Straße 115 begleite ich Sie behutsam und in Ihrem Tempo durch den Prozess der Traumaverarbeitung. Der Einstieg beginnt mit einem kostenlosen telefonischen Erstgespräch. Dabei nehmen wir uns Zeit für Ihr Anliegen und klären gemeinsam, welcher nächste Schritt für Sie der richtige ist.