Systemische Traumatherapie
Auf dieser Seite beschreibe ich, wie ich in meiner Praxis in Wuppertal mit Menschen arbeite, die unter den Folgen belastender Erfahrungen leiden. Was ein Trauma ist, welche Reaktionen normal sind und woran man eine Traumafolgestörung erkennt, erkläre ich ausführlich im Bereich Trauma verstehen.
Inhaltsübersicht und Themen
- Was "systemisch" in meiner Arbeit bedeutet
- Für wen diese Arbeit gedacht ist
- Wann zuerst etwas anderes nötig ist
- Wie wir vorgehen...
- Welche Methoden ich nutze und wie gut sie untersucht sind
- Fragen, die Sie im Erstgespräch stellen können
- Kosten und Termin
- Wenn Sie jetzt sofort Hilfe brauchen
- FAQ - Systemische Traumatherapie
- Weiterlesen im Wissensportal Trauma
Was "systemisch" in meiner Arbeit bedeutet
Ein Trauma betrifft nie nur einen einzelnen Moment. Es wirkt in Beziehungen, in Familien, am Arbeitsplatz und im Bild, das ein Mensch von sich selbst hat. Systemisch zu arbeiten heißt für mich, diesen Zusammenhang mitzudenken: Wer gibt Ihnen Halt? Wo belasten Beziehungen zusätzlich? Welche Fähigkeiten haben Ihnen bisher geholfen, mit Schwerem umzugehen? Ich verstehe Beschwerden nach einem Trauma deshalb nicht nur als Störung, sondern oft als Versuch, mit etwas Überwältigendem zurechtzukommen. Gemeinsam schauen wir, was davon heute noch gebraucht wird und was sich verändern darf. Dabei wird Ihr Leiden nicht zum Familienproblem umgedeutet, und die Verantwortung für erlebte Gewalt liegt nie bei Ihnen. Wenn Sie es möchten und alle Beteiligten einverstanden sind, können auch Partner oder Angehörige in einzelne Gespräche einbezogen werden. Manchmal hilft auch ein Genogramm, eine Art Landkarte der Familie, um Zusammenhänge sichtbar zu machen. Es zeigt Muster, beweist aber keine Ursache.
Für wen diese Arbeit gedacht ist
Ich begleite Erwachsene, die nach einem einzelnen Ereignis wie einem Unfall, Überfall oder plötzlichen Verlust belastet sind, und Menschen mit Folgen langanhaltender Belastungen, etwa aus Kindheit oder Partnerschaft. Dazu gehören zum Beispiel eine Posttraumatische Belastungsstörung, eine komplexe PTBS, Flashbacks, Schlafprobleme oder das Gefühl, ständig auf der Hut sein zu müssen. Eine feste Diagnose brauchen Sie dafür nicht.
Wenn vor allem Konflikte in der Partnerschaft im Vordergrund stehen, kann eine Systemische Paartherapie der passendere Rahmen sein.
Wann zuerst etwas anderes nötig ist
Bei akuten Suizidgedanken, einer akuten psychotischen Krise oder einer schweren Suchterkrankung steht zunächst eine ärztliche oder psychiatrische Behandlung im Vordergrund. Wenn Sie aktuell Gewalt erleben, kontrolliert oder bedroht werden, geht Ihre Sicherheit vor, auch vor gemeinsamen Gesprächen mit Partner oder Familie. Eine psychotherapeutische Praxis ist kein Notdienst. Im Erstgespräch klären wir offen, ob meine Arbeit für Sie gerade passt oder ob eine andere Unterstützung sinnvoller ist.
Wie wir vorgehen...
Kostenloses Erstgespräch
Am Telefon klären wir in Ruhe, worum es Ihnen geht, ob meine Arbeitsweise zu Ihrem Anliegen passt und welche Fragen Sie haben. Das Gespräch ist kostenlos und unverbindlich.
Ankommen und Ziele klären
In den ersten Sitzungen schauen wir, was Sie belastet, was Sie sich wünschen und was Ihnen Sicherheit gibt. Dazu gehört auch der Blick auf Ihr Umfeld: Wer gibt Ihnen Halt, und wo belasten Beziehungen zusätzlich?
Belastende Erinnerungen dosiert bearbeiten
Mit Verfahren wie EMDR arbeiten wir an den Erinnerungen, die Sie heute noch belasten. Sie behalten die Kontrolle, und wir können jederzeit pausieren. Übungen zur Orientierung im Hier und Jetzt begleiten diese Arbeit, statt ihr monatelang vorgeschaltet zu sein.
Veränderungen in den Alltag bringen
Wir schauen, was sich in Ihrem Alltag und in Ihren Beziehungen verändert und was Sie dort noch brauchen. Wenn es passt und Sie es möchten, beziehen wir dabei auch Partner oder Familie ein.
EMDR gehört zu den traumafokussierten Verfahren, die die deutsche S3-Leitlinie zur PTBS empfiehlt.
Brainspotting und Ego-State-Therapie werden in der Praxis häufig eingesetzt, sind wissenschaftlich aber deutlich weniger untersucht.
Systemische Therapie ist in Deutschland für Erwachsene als wissenschaftlich anerkanntes Verfahren eingestuft. "Systemische Traumatherapie" ist dagegen kein eigenes, einheitlich geprüftes Verfahren, sondern beschreibt den Rahmen, in dem ich diese Methoden verbinde.
Zu Paar- und Familientherapien bei PTBS gibt es bisher nur wenige Studien. Einzelne Paarprogramme konnten die Beschwerden verringern, die Beweislage gilt aber noch als schwach. Deshalb gilt für mich: Bei einer PTBS steht eine gezielte traumafokussierte Behandlung im Mittelpunkt. Der systemische Blick begleitet sie, ersetzt sie aber nicht.
Fragen, die Sie im Erstgespräch stellen können
Welche Ziele habe ich selbst? Sollen Angehörige beteiligt werden, und wenn ja, wozu? Wie bleibt Vertraulichkeit gewahrt? Wie wird meine PTBS gezielt behandelt? Solche Fragen sind ausdrücklich willkommen. Sie helfen, gemeinsam einen klaren Plan zu finden.
Kosten und Termin
Ich arbeite als Heilpraktiker in eigener Praxis. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht, private Versicherungen und Zusatzversicherungen erstatten je nach Tarif teilweise. Die aktuellen Honorare finden Sie unter Honorar. Für ein kostenloses telefonisches Erstgespräch erreichen Sie mich über das Kontaktformular.
Wenn Sie jetzt sofort Hilfe brauchen
Wenn Sie in akuter Gefahr sind oder daran denken, sich das Leben zu nehmen, rufen Sie bitte den Notruf 112 oder wenden Sie sich an die nächste psychiatrische Klinik. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. Eine psychotherapeutische Praxis ersetzt in einer akuten Krise keinen Notdienst.
Roman Simeunovic
Heilpraktiker, Praxis für Psychotherapie und Traumatherapie in Wuppertal
Ich begleite Menschen mit Traumafolgen, Ängsten und belastenden Lebenssituationen und arbeite integrativ, unter anderem mit EMDR, Brainspotting, Ego-State-Therapie und systemischer Traumatherapie. Den Text auf dieser Seite habe ich selbst geschrieben, damit Sie vorab einschätzen können, ob meine Arbeitsweise zu Ihnen passt.
FAQ - Systemische Traumatherapie
• Trauma verstehen: alle Themen im Überblick
• Was ist ein Trauma?
• Nach einem schlimmen Erlebnis: Was ist normal?
• Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
• Komplexe PTBS
• Flashbacks und Trigger
• Dissoziation
• Schlaf und Albträume
• Scham und Schuld
• Trauma in der Kindheit
• Trauma, Nähe und Partnerschaft
• Häusliche Gewalt
• Sexualisierte Gewalt
• Traumatischer Verlust
• Medizinisches Trauma
• Krieg, Flucht und Migration
• Hilfe im Alltag: Grounding und Notfallkoffer
Quellen und weiterführende Informationen
- AWMF: S3-Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung (2026)
- Suomi et al. (2019): Paar- und Familientherapien bei PTBS, Cochrane-Übersicht
- G-BA: Systemische Therapie bei Erwachsenen als Kassenleistung
- WHO: ICD-11 Clinical Descriptions and Diagnostic Requirements
Diese Seite beschreibt meine Arbeitsweise und fasst den fachlichen Stand allgemein verständlich zusammen. Sie ersetzt keine Diagnostik und keine Behandlung im Einzelfall. Ob eine hier beschriebene Möglichkeit für Sie sinnvoll ist, lässt sich nur im persönlichen Gespräch klären.
Stand: Oktober 2026