PEP: Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie
Auf dieser Seite erkläre ich die Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie (PEP) nach Michael Bohne und wie ich einzelne Elemente daraus in meiner Praxis in Wuppertal nutze. Was ein Trauma ist und welche Reaktionen danach normal sind, erkläre ich ausführlich im Bereich Trauma verstehen.
Was ist PEP?
PEP ist ein Ansatz des Psychiaters und Psychotherapeuten Michael Bohne. Er verbindet körperbezogene Emotionsregulation mit psychotherapeutischer Gesprächsarbeit. Bekannt ist vor allem das Klopfen bestimmter Körperstellen, während Sie ein belastendes Gefühl bewusst wahrnehmen. Dazu kommen die Arbeit an Selbstakzeptanz und Selbstwert, Fragen zu Beziehungen und inneren Konflikten und eine ausdrücklich ressourcenorientierte Haltung. Auch Leichtigkeit und Humor haben ihren Platz, ohne Ihr Leid kleinzureden.
Sie möchten wissen, ob meine Arbeitsweise zu Ihnen passt? Im kostenlosen telefonischen Erstgespräch klären wir das in Ruhe und unverbindlich.
Für wen PEP infrage kommt
PEP kann passen, wenn Gefühle wie Angst, Scham, Schuld oder Anspannung Sie immer wieder einholen und Sie sich zusätzlich dafür abwerten, dass Sie so fühlen. Typische Anliegen sind:
• Ängste, zum Beispiel vor Prüfungen oder in bestimmten Situationen
• starke Scham und Schuldgefühle
• Selbstvorwürfe und ein strenger innerer Kritiker
• Anspannung, die Sie deutlich im Körper spüren
Eine feste Diagnose brauchen Sie für ein Erstgespräch nicht.
Wann zuerst etwas anderes nötig ist
Bei akuten Suizidgedanken, einer akuten psychotischen Krise oder einer schweren Suchterkrankung steht zunächst eine ärztliche oder psychiatrische Behandlung im Vordergrund. Wenn Sie aktuell Gewalt erleben, kontrolliert oder bedroht werden, geht Ihre Sicherheit vor. Eine psychotherapeutische Praxis ist kein Notdienst. Im Erstgespräch klären wir offen, ob meine Arbeit für Sie gerade passt oder ob eine andere Unterstützung sinnvoller ist.
Wie eine Behandlung abläuft
Einen starren Ablauf, den alle gleich durchlaufen, gibt es bei mir nicht. Die Schritte können sich überschneiden oder wiederholen. Meistens sieht der Weg aber ungefähr so aus:
1. Kostenloses Erstgespräch
Am Telefon klären wir in Ruhe, worum es Ihnen geht, ob meine Arbeitsweise zu Ihrem Anliegen passt und welche Fragen Sie haben. Das Gespräch ist kostenlos und unverbindlich.
2. Anliegen und Ziel klären
Wir klären, was Sie verändern möchten, welches Gefühl im Vordergrund steht und wie viel Belastung gerade gut aushaltbar ist.
3. Klopfen und Prozessarbeit
Sie nehmen ein belastendes Gefühl in einer handhabbaren Stärke wahr und klopfen dabei selbst in ruhigem Rhythmus bestimmte Körperstellen. Danach schauen wir, was sich verändert hat. Bleibt die Belastung, suchen wir gemeinsam nach dem, was im Weg steht, etwa Selbstvorwürfe oder ein Beziehungskonflikt.
4. Selbsthilfe im Alltag
Das Klopfen können Sie zwischen den Sitzungen selbst anwenden. Wir besprechen, wobei es Ihnen hilft und wofür Sie weiter Begleitung brauchen.
Wie viele Sitzungen sinnvoll sind, hängt von Ihrem Anliegen ab. Tempo und Umfang passen wir gemeinsam an.
Wie ich Elemente aus PEP einsetze
Ich arbeite integrativ. Das heißt, ich verbinde Elemente aus verschiedenen Verfahren, statt eine Methode vollständig nach Lehrbuch anzuwenden. Aus PEP nutze ich vor allem das Klopfen und die Arbeit an Selbstvorwürfen, wenn Gefühle wie Angst, Scham oder Anspannung schnell sehr stark werden. Je nach Anliegen verbinde ich das mit EMDR, Ego-State-Therapie oder systemischer Traumatherapie. Klopftechniken habe ich in meiner Ausbildung zum EDxTM Coach und Therapeuten gelernt, zu der auch EFT, PEP und Energetische Psychologie gehörten.
Klopfen allein ersetzt bei Traumafolgen keinen Behandlungsplan. Liegt eine PTBS vor, besprechen wir ausdrücklich, ob eine traumafokussierte Behandlung dazugehören sollte.
Wie PEP entstanden ist
Michael Bohne beschäftigte sich zunächst mit Klopfmethoden der sogenannten Energetischen Psychologie, etwa der Thought Field Therapy nach Roger Callahan und den Emotional Freedom Techniques (EFT) nach Gary Craig. Dort wird teils angenommen, dass Klopfen über Meridiane oder ein Energiesystem wirkt.
Bohne behielt das Klopfen bei, löste PEP aber von diesen energetischen Erklärungen. Auch der Name änderte sich: Aus der Prozessorientierten Energetischen Psychologie wurde die Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie. Embodiment meint, dass Gefühle und Gedanken mit Körperwahrnehmung, Bewegung und Haltung verbunden sind.
Was beim Klopfen passiert
Sie rufen ein belastendes Gefühl in einer Stärke auf, die gut handhabbar ist. Während Sie es wahrnehmen, klopfen Sie in ruhigem Rhythmus bestimmte Körperstellen. Je nach Vorgehen kommen Sätze zur Selbstakzeptanz, Augenbewegungen, Summen oder Zählen hinzu. Danach prüfen wir, wie sich Belastung und Körperempfindung verändert haben.
Warum das Klopfen helfen kann, ist nicht abschließend geklärt. Mögliche Gründe sind die bewusste Annäherung an das Gefühl, die rhythmische Berührung, die geteilte Aufmerksamkeit und das Erleben, selbst etwas tun zu können. Dass dabei eine Energiestörung an Meridianpunkten beseitigt wird, ist nicht nachgewiesen.
Selbstwert und Selbstwirksamkeit
Viele Menschen erleben zwei Belastungen gleichzeitig: das Gefühl selbst und den Gedanken, es nicht haben zu dürfen. Ein Satz zur Selbstakzeptanz soll nichts schönreden. Er richtet sich gegen die pauschale Abwertung der eigenen Person. Wer selbst klopft und danach Veränderungen bemerkt, erlebt, dass er Einfluss auf den eigenen Zustand hat. Das soll aber nicht zur Forderung werden, jede Belastung allein regulieren zu müssen. Gerade nach belastenden Erfahrungen bleibt eine verlässliche Begleitung wichtig.
Die Big Five der Lösungsblockaden
Bohne beschreibt fünf Muster, die eine Veränderung nach seinem Modell blockieren können:
• Selbstvorwürfe, etwa "Ich hätte das verhindern müssen."
• Vorwürfe an andere, die an reale Verletzungen anknüpfen können
• Erwartungen an andere, die sich bisher nicht erfüllt haben
• Altersregression: sich in einer Situation plötzlich viel jünger und hilfloser fühlen
• Parafunktionale Loyalitäten: eigenes Wohlergehen als Untreue gegenüber nahestehenden Menschen erleben
Die Big Five sind eine Suchhilfe für die gemeinsame Arbeit, keine Diagnosen. Eine Erklärung wird nicht vorgegeben, nur weil sie in eine Kategorie passt. Ähnlich ist es beim Kognitions-Kongruenz-Test: Sie sprechen Sätze zu Ihrem Ziel aus, zum Beispiel "Ich darf mich schützen", und achten darauf, ob sie sich stimmig oder widersprüchlich anfühlen. Das ist kein wissenschaftlich geprüfter Test, sondern eine Anregung für das weitere Gespräch.
Was PEP von ähnlichen Methoden unterscheidet
EMDR folgt einem festen Ablauf in acht Phasen und ist bei PTBS deutlich besser untersucht. Brainspotting arbeitet mit einer gehaltenen Blickposition. Bei PEP stehen das Klopfen und die Gesprächsarbeit an Selbstwert und Beziehungen im Vordergrund.
Mit EFT teilt PEP das Klopfen. PEP ist aber kein reines Klopfverfahren, sondern verbindet es mit Prozessmodellen wie den Big Five.
Wie gut ist PEP untersucht?
Zum vollständigen PEP-Verfahren gibt es bisher kaum kontrollierte Studien. Eine Untersuchung von 2022 mit 29 Menschen mit Flugangst kombinierte Klopfen und kognitive Neubewertung. Danach berichteten die Teilnehmenden deutlich weniger Flugangst. Eine Vergleichsgruppe mit einer anderen Behandlung gab es aber nicht.
Für EFT, ein verwandtes Klopfverfahren, gibt es mehr Forschung. Eine Übersichtsarbeit von 2023 zu PTBS fand deutliche Vorteile gegenüber Warteliste oder üblicher Versorgung, gegenüber anderen aktiven Behandlungen aber keine klaren Unterschiede. EFT ist allerdings nicht PEP. Die deutsche S3-Leitlinie empfiehlt bei einer PTBS traumafokussierte Verfahren wie EMDR, kognitive Verfahren, CPT, die Narrative Expositionstherapie und die Prolongierte Exposition. PEP gehört nicht zu diesen gut belegten Verfahren.
Kosten und Termin
Ich arbeite als Heilpraktiker in eigener Praxis. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht, private Versicherungen und Zusatzversicherungen erstatten je nach Tarif teilweise. Die aktuellen Honorare finden Sie unter Honorar. Für ein kostenloses telefonisches Erstgespräch erreichen Sie mich über das Kontaktformular.
Wenn Sie jetzt sofort Hilfe brauchen
Wenn Sie in akuter Gefahr sind oder daran denken, sich das Leben zu nehmen, rufen Sie bitte den Notruf 112 oder wenden Sie sich an die nächste psychiatrische Klinik. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. Eine psychotherapeutische Praxis ersetzt in einer akuten Krise keinen Notdienst.
Weiterlesen im Wissensportal Trauma
Wenn Sie sich in Ruhe weiter informieren möchten, finden Sie in meinem Wissensportal die wichtigsten Themen rund um Trauma verständlich erklärt.
• Trauma verstehen: alle Themen im Überblick
• Nach einem schlimmen Erlebnis: Was ist normal?
• Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
• Scham und Schuld
• Flashbacks und Trigger
• Komplexe PTBS
• Dissoziation
• Hilfe im Alltag: Grounding und Notfallkoffer
Häufige Fragen zu PEP
Muss ich beim Klopfen an Meridiane oder Energie glauben?
Nein. PEP hat sich von energetischen Erklärungen gelöst. Das Klopfen wird genutzt, um Gefühle zu regulieren, ohne dass Sie an ein Energiesystem glauben müssen.
Kann ich das Klopfen auch allein anwenden?
Ja, viele Übungen lassen sich zwischen den Sitzungen als Selbsthilfe nutzen. Wir besprechen, wobei sie Ihnen helfen und wann Sie besser Begleitung haben.
Wird PEP bei Trauma eingesetzt?
Ja, PEP wird in der Traumatherapie genutzt, um Angst, Scham oder Anspannung zu regulieren und an Selbstvorwürfen zu arbeiten. Gut untersucht ist es bei PTBS aber nicht. Ob PEP für Sie passt oder ein anderes Verfahren sinnvoller ist, klären wir im Erstgespräch.
Was ist der Unterschied zwischen PEP und EFT?
Beide nutzen das Klopfen. PEP verbindet es zusätzlich mit Arbeit an Selbstwert, Beziehungen und inneren Blockaden und verzichtet auf energetische Erklärungen.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten bei einem Heilpraktiker nicht. Private Versicherungen und Zusatzversicherungen erstatten je nach Tarif teilweise. Die Honorare finden Sie auf der Seite Honorar.
Roman Simeunovic
Heilpraktiker, Praxis für Psychotherapie und Traumatherapie in Wuppertal
Ich begleite Menschen mit Traumafolgen, Ängsten und belastenden Lebenssituationen und arbeite integrativ, unter anderem mit EMDR, Brainspotting, Ego-State-Therapie, systemischer Traumatherapie und Elementen aus PEP. Die Inhalte auf dieser Seite habe ich fachlich geprüft, damit Sie vorab einschätzen können, ob meine Arbeitsweise zu Ihnen passt.